Kapselfibrose

Was ist eine Kapselfibrose?

Der Ausdruck Kapselfibrose bezeichnet eine natürliche Reaktion des menschlichen Organismus. Um jeden Fremdkörper, der in den Körper eingesetzt wird, bildet sich eine Hülle aus Bindegewebe. Dies gilt auch für Silikonimplantate, mit denen die weibliche Brust vergrößert wird. In der Regel handelt es sich dabei um eine dünne Bindegewebshülle, die zu keinen Problemen oder optischen Auffälligkeiten führt.

Verdickt sich diese Schutzhülle zunehmend um die Implantate, wird von einer Kapselfibrose gesprochen. Je nach Ausprägung kann es zu tastbaren Verhärtungen, Asymmetrien im Bereich der Brust, Verformungen der Implantate bis hin zu Schmerzhaftigkeit kommen.

Wie erkenne ich eine Kapselfibrose?

Es gibt typische Anzeichen, welche auf eine Kapselfibrose, im medizinischen, englischen Sprachgebrauch auch als capsular fibrosis bezeichnet, hinweisen. In einem frühen Stadium ist meist nichts zu spüren. Erst bei Verdickung der Bindegewebshülle kann es zu den typischen Symptomen kommen.

Was sind die Symptome einer Kapselfibrose?

  • Die Brust spannt und schmerzt
  • Die Implantate verschieben oder fälteln sich
  • Die Hülle aus Bindegewebe lässt sich als harte Kapsel um die Implantate ertasten
  • Es können Asymmetrien im Bereich der Brust auftreten

Die Symptome verändern sich, abhängig von der jeweiligen Baker-Stufe. Mit diesem Fachbegriff werden die vier unterschiedlichen Phasen einer Kapselfibrose bezeichnet, die sich wie folgt darstellen:

Baker I

eine weiche Kapsel umgibt das Brustimplantat. Palpatorisch ist keine Veränderung feststellbar, im Ultraschall erkennt man eventuell eine leichte Kapselverdickung.

Baker II

das Bindegewebe ist leicht verhärtet. Es kommt zum Auftreten von leichten Spannungsgefühlen.

Baker III

das Bindegewebe ist mäßig verhärtet, des Weiteren ist klinisch eine beginnende Verformung der Implantate feststellbar.

Baker IV

das Bindegewebe um die Brustimplantate ist geschrumpft, klinisch treten offensichtliche Verformungen der Brust auf, die von starken Schmerzen begleitet sind.

Was ist die häufigste Ursache einer Kapselfibrose?

Welche Ursachen wirklich hinter einer Kapselfibrose stecken, ist nicht genau bekannt. Es ist zu vermuten, dass eine Reihe von Faktoren bei der Bildung der festen Hülle um das Implantat eine Rolle spielen. So wurde beobachtet, dass sich Kapselfibrosen deutlich häufiger bilden, wenn die Oberfläche der Implantate sehr glatt ist. Dies war beispielsweise bei Silikonimplantaten früherer Generationen der Fall. Heutzutage werden ausschließlich Implantate mit fein exturierter, angerauter Außenhülle benutzt.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Platzierung der Implantate in der Brust. So besteht ein höheres Risiko für eine Kapselfibrose, wenn sie über dem Brustmuskel positioniert werden.

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Wie sieht eine Behandlung einer Kapselfibrose aus?

Dies hängt immer davon ab, um welche Baker-Stufe es sich handelt. Bei einem Grad III oder IV ist die einzige Option meist die operative Entfernung der verhärteten Kapsel und der Austausch der Implantate. Handelt es sich um eine Kapselfibrose in einem frühen Stadium, so bieten sich konservative Behandlungsmethoden an. Diese können etwa Massagen oder eine moderne Ultraschall-Therapie umfassen.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen für eine Kapselfibrose?

Im Allgemeinen besteht bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten immer ein gewisses Restrisiko, dass sich eine Fibrose bildet. Dieses Risiko lässt sich allerdings senken, indem  moderne, schonende OP-Techniken angewandt werden. Zusammen mit der adäquaten Position der Implantate und der Beschaffenheit der Oberfläche wird das Risiko, eine Kapselfibrose zu entwickeln, erheblich minimiert.

Ist die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose hoch?

Es gibt verschiedene Studien, die Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit für eine Kapselfibrose geben. Einige Studienergebnisse rangieren zwischen 2 und 4 Prozent, andere Studien besagen, dass zwischen 10 und 20 Prozent aller operierten Frauen nach einer Brustvergrößerung Probleme mit verhärteten und verkapselten Hüllen um die Implantate bekommen. Allerdings ist nur in etwa 5 Prozent der Fälle die Kapselfibrose so schwerwiegend, dass ein Implantatwechsel vorgenommen werden muss.

Welche Kosten kommen bei einem Implantatwechsel wegen einer Kapselfibrose auf mich zu?

Bei einem Implantatwechsel sind die Kosten in etwa genauso hoch wie bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang natürlich, ob das Implantat in einer oder in beiden Brüsten gewechselt werden muss.

Muss ich die Kosten bei einer Komplikation einer Kapselfibrose selbst tragen?

Die Krankenkasse beteiligt sich meist nicht an den Kosten. Wenn dann zahlt sie lediglich die Entfernung der Implantate, aber keinesfalls eine Neuimplantation. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, eine Folgekostenversicherung vor der Brustvergrößerung abzuschließen. Dies ist prinzipiell auch noch einen Tag vor der Operation möglich. Die Folgekostenversicherung übernimmt dann die Behandlungskosten, wenn es zu einer Kapselfibrose kommen und ein Implantatwechsel erforderlich sein sollte.